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Ruedi Widmer

S wie Selbstkultivierung

In China ist das Instrument, mit dem man schreibt und malt, das gleiche: der Pinsel. Das hat verschieden Auswirkungen auf die Produktion und Rezeption von Kunst. Historisch wird die Schriftkunst im chinesischen Kulturraum höher gewertet als die Malerei, da sie dem “Selbst”, der Essenz des Ausführenden, näher ist. Wie in der westliche Graphologie geht man in China davon aus, dass der Charakter eines Menschen an seiner Handschrift ablesbar ist. Dass man seinen Charakter aber optimieren kann, wenn man seine Handschrift verbessert, wird viel stärker betont. Ein Schriftkünstler oder Maler, der ein Werk schafft, arbeitet immer auch an seinem

Wen C. Fong, James C.Y. Watt (Hg.): Possessing the Past. The Metropolitan Museum of Art and the National Palace Museum, Taipei, 1996

vgl. auch: S wie Selbstübung