Figuren des Figurierens

Schon zum vierten Mal tritt Zollfreilager.net in den Dialog mit dem Zürcher Theater Spektakel und bietet mit einer Spezialausgabe ab dem 17. August 2021 einen Resonanzraum für das Festival. Unter dem Titel «Figuren des Figurierens» widmen sich die Beiträge Fragen um Identität, die als ernstes Spiel mit Repräsentation verstanden wird. Was bedeutet es, für jemanden einzustehen oder im Namen anderer zu sprechen? Welche Figuren bespielen unseren Alltag? Welche Rollen spielen wir – wohl oder übel? Diesen Fragen wird in Essays, Interviews, Kommentaren und Bildbeiträgen nachgegangen. Live vor Ort interagiert der «Hochsitz» als Performance-format und Beobachtungsstation mit den Figuren des Spektakels. Dieses Jahr für die Spezialausgabe verantwortlich: Anthonie de Groot, Livia Grossenbacher, Hannah Grüninger, Noëmi Roos, Gianna Rovere, Ava Slappnig und Ruedi Widmer.

Schon zum vierten Mal tritt Zollfreilager.net in den Dialog mit dem Zürcher Theater Spektakel und bietet mit einer Spezialausgabe ab dem 17. August 2021 einen Resonanzraum für das Festival. Unter dem Titel «Figuren des Figurierens» widmen sich die Beiträge Fragen um Identität, die als ernstes Spiel mit Repräsentation verstanden wird. Was bedeutet es, für jemanden einzustehen oder im Namen anderer zu sprechen? Welche Figuren bespielen unseren Alltag? Welche Rollen spielen wir – wohl oder übel? Diesen Fragen wird in Essays, Interviews, Kommentaren und Bildbeiträgen nachgegangen. Live vor Ort interagiert der «Hochsitz» als Performance-format und Beobachtungsstation mit den Figuren des Spektakels. Dieses Jahr für die Spezialausgabe verantwortlich: Anthonie de Groot, Livia Grossenbacher, Hannah Grüninger, Noëmi Roos, Gianna Rovere, Ava Slappnig und Ruedi Widmer.

Hochsitz

Hochsitz-Folge 12: Körpersprachen der Ab- und Anwesenden

von Hochsitz-Redaktion In der Hochsitz-Redaktion sind Gianna Rovere und Anthonie de Groot. Gemeinsam mit Annatina Nay haben sie das Projekt initiiert. Sie kuratieren und begleiten den Hochsitz am Theater Spektakel. gepostet am 03. September 2021
  • Video: Anthonie de Groot

Bei der letzten Hochsitz-Folge der Staffel 2021 steht die Sprache im Zentrum der Beobachtung. Hannah Grüninger nimmt während des Collective Listenings zu Nashilongweshipwe Mushaandjas «The Dance of the Rubber Tree» ein Radio auf den Hochsitz. Das Radio wird an diesem Abend zu einem Sprachrohr für die Audio-Performance von Nashilongweshipwe Mushaandja, es erklingen Musik, Spoken Word und Geräusche aus den Boxen des schwarzen Geräts. Aus dem Gehörten und Gesehenen entstand ein Gedicht, ein «Körpervokabular». Die englischen Passagen sind Erinnerungsstücke aus der Performance, die deutschen Teile ein Weiterdenken und Fühlen des Erlebten.

Collective Listening – 

your own space
your own radio

voice and tension
hidden spaces
bodies that cannot breathe
white people
objects – people

it is not built for living bodies
and so we dance

Auf der Landiwiese wurden wegen des Regens Festbänke aufgestellt.

Menschen sitzen
alleine, zu zweit, zu dritt.

Die Schwäne haben sich inzwischen verzogen und schlafen gelegt.

Auf der Bühne am Ufer wird eine Bauleiter hin und hergeschoben.
Die Scheinwerfer beleuchten die Bühne, dabei niemand konkretes.

Drei Beschützerinnen an den Füssen des Hochsitzes.
Es ist mir wohler, wenn sie da sind.
Mein Platz ist statisch aber er wackelt.
Nicht rhythmisch.

Wenn sich Personen auf der Wiese bewegen,
glitzern die Radioantennen in der Nacht.

Ich höre nur die Frequenz aus dem eigenen Radio.

How I miss the quiet.

Farbiges Licht reflektiert hinter mir in stehengebliebenen Pfützen.

The fire that makes space.

Aus dem Nordgebäude strömen Menschen.
Ihre Körper werfen riesige Schatten, die auf der Fassade tanzen.

we –
the people

We are not here to make war.
We are here to make coffee.

There’s a world dying here.

Let us burn the museum.
Let us make tea and sing love songs.

Thank you.

#FA5882